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Wenn das Thema nicht zu ernst und zu teuer wäre, könnte man fast darüber schmunzeln. Es geht erneut um die Passage 46, also um eine an sich sehr schöne und wichtige Location für die Freiburger Kultur- und Nachtszene. Zur Erinnerung: Nach fulminanter Pleite des vorherigen Betreibers musste festgestellt werden, dass Verträge vom Theater unterschrieben wurden, ohne dass die erforderlichen Beschlüsse der hierfür zuständigen Gremien vorlagen. Um eine Eskalation der Situation zu vermeiden, hatte sich schließlich das Stadttheater mit viel Geld aus den Verpflichtungen herausgekauft. Soweit so gut, oder besser gesagt: so schlecht. Entgegen den massiven Bedenken der Fraktion der Freien Wähler sah sich jedoch das Führungsteam des Theaters dazu berufen, zukünftig die Passage 46 „in eigener Regie“ führen zu wollen und zu können. Ein schlüssiges Konzept, oder geeignetes Personal gab und gibt es nicht. Unsere Forderung, betriebswirtschaftlich eine klare Abgrenzung vorzunehmen, scheint ebenfalls kein Gehör gefunden zu haben. Immerhin gab der zuständige Bürgermeister Ulrich von Kirchbach die Parole aus: „Der zweite Schuss muss sitzen“. Umso bedauerlicher, dass sich jetzt erneut Akteure des Freiburger Nachtlebens und der Freiburger Kulturszene aus der Passage 46 zurückziehen, da offensichtlich die Rahmenbedingungen eine vernünftige Zusammenarbeit nicht zulassen. Mangelnde Kommunikation, Organisationsdefizite, ein fehlender Ansprechpartner sowie unterschiedliche Vorstellungen – all dies führte dazu, dass schon wieder nach einem neuen Pächter gesucht werden muss. Das alles klingt sehr unprofessionell und ist zudem extrem ärgerlich. Außerdem bestätigt es unsere Auffassung, dass sich kommunale Einrichtungen aus Dingen, von denen sie nichts verstehen, heraushalten sollten. Hierzu gehört natürlich das Betreiben von Locations wie die Passage 46, deren Erhalt in Anbetracht des immer weiter fortschreitenden Sterbens der Freiburger Subkultur unbedingt gewährleistet sein muss. Allerdings gehört sie in die Hände von Profis, aber bitte auch auf deren finanzielles Risiko.

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