Geht doch!

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Bäume, Parkplätze sowie Fahrrad- und Fußwege in Einklang zu bringen, ist bei Um- und Neugestaltungen von Straßen nicht immer einfach zu bewerkstelligen. Dass es dennoch klappen kann, zeigt nun das Beispiel des Streckenabschnitts entlang des Hauptfriedhofs. Dieser Abschnitt wird Teil der Radvorrangroute. Und für diese gilt ein Mindestmaß von 2 Meter. Daher muss der aktuelle Seitenstreifen, den sich Fahrradfahrende und Zufußgehende mit jeweils 1,50 Metern teilen, erweitert werden.Um für die fehlenden 50 Zentimeter Platz zu schaffen, hätten entweder einige große Bäume oder ein Parkstreifen geopfert werden müssen. Beide Varianten haben den Freien Wähler nicht gefallen, vor allem aber die Vorstellung, dass die Parkplätze entfallen würden, war für die Fraktion undenkbar. „Ein Friedhof ist ein sensibler Ort. Es wäre eine Zumutung gerade für Trauernde, müssten sie vor der Beerdigung eines geliebten Menschen noch lange einen Parkplatz suchen“, findet Stadträtin Gerlinde Schrempp, „aber auch wenn man das Grab anpflanzen will, hat man Erde, Pflanzen, Eimer und Harke dabei und benutzt daher eher das Auto und muss direkt am Friedhof parken können.“
Da die Pläne des städtischen Garten- und Tiefbauamts auf Kritik gestoßen sind, hat es nachgebessert. Bei einem Vororttermin wurde der neue Plan vorgelegt, bei dem Bäume und Parkplätze erhalten bleiben. „Das ist die perfekte Lösung“, freut sich Gerlinde Schrempp, „Verbreiterung des Radwegs, ausreichend Platz für Fußgänger, Bäume und Parkplätze können bleiben. Besser geht’s nicht." Hier zeigt sich: Ein Nebeneinander ist doch möglich. Es muss nicht immer entweder oder sein. Weiter so!

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