Ziel bis 2050: Klimaneutralität

Amtsblatt Aktuelles

Freiburg setzt in Sachen Klimaschutz mit vielen verschiedenen Projekten ein deutliches Zeichen. Das ist auch notwendig, wenn die Stadt bis 2050 klimaneutral werden will. Leider wird ein Teil der CO2- Einsparungen der Klimaschutzprojekte durch den Bevölkerungszuwachs und das damit einhergehende höhere Verkehrsaufkommen kompensiert. Deshalb müssen weitere Einsparpotentiale gefunden werden. Die Handlungsfelder  Verkehr und Energie bieten hier die weitestreichenden Möglichkeiten. Es muss gelingen, die motorisierten Verkehrsströme zu minimieren und durch ein attraktives öffentliches Verkehrsangebot zu ersetzen. Im Energiesektor muss die Photovoltaik wieder stärker ins Bewusstsein gerufen werden. Deshalb ist es gut, dass im ersten Halbjahr 2017 mehr PV-Anlagen gebaut wurden, als im ganzen letzten Jahr. Die oft als Allheilmittel propagierten Blockheizkraftwerke sind in Mischgebieten geeignet wegen der Stromproduktion und dem Wärmebedarf. Sie sind ideal für städtische Gebäude, Gewerbegebiete oder Wohnbaugesellschaften. Leider fehlt im privaten Wohnbereich häufig die Abnahme des hohen Wärmeüberschusses der parallel zur positiven Stromerzeugung entsteht. Aber es gibt auch andere bedeutende Kombinationen zur Strom- und Energiegewinnung: Beim Power-to-Heat Verfahren wandeln die Hybridheizungen erneuerbaren Strom, z.B. durch PV-Anlagen erzeugt, mittels elektrischer Heizeinsätze in Wärme um, die in Pufferspeicher eingespeist wird. Der Wohnungsmarkt und die Renovierungsmöglichkeiten weisen neben den klassischen BHKWs ein großes Potential an CO2-Einsparung auf. Bei knapp 21 Millionen Wärmeerzeugern im Bestand bundesweit, pendelt die Modernisierungsrate um die 500.000 pro Jahr. Das ist aber zu wenig, um bei der CO2-Reduzierung bzw. Effizienzsteigerung voran zu kommen. Wenn die Rate verdoppelt würde, könnten bis zum Jahre 2050 ca. 14 Millionen modernisierte Heizsysteme in Kombination mit neu gedämmter Gebäudehülle ca. 40% CO2-Einsparung bewirken. Wir müssen also weitere Maßnahmen entwickeln und die Förderprogramme danach ausrichten.

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