Braucht Freiburg ein teures öffentliches Fahrradverleihsystem?

Amtsblatt

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde im Rahmen eines integrierten Mobilitätsmanagements die Einführung eines Fahrradverleihsystems in Freiburg befürwortet. Rund 400 Fahrräder sollen an 55 Stationen für Freiburger/innen und Touristen zum Verleih angeboten werden. Die zu erwartenden Kosten von ca. 250.000 Euro pro Jahr bedeuten, dass jedes Fahrrad mit 625 Euro jährlich bezuschusst wird. Unsere Fraktion bezweifelt jedoch, ob Freiburg ein solches öffentliches System tatsächlich braucht, oder ob es sich um reine Symbolpolitik handelt. In Freiburg besitzt jeder Haushalt im Durchschnitt drei Fahrräder, d.h. der Service wird für die wenigsten Einheimischen von großer Bedeutung sein. Die Wege für Touristen sind in Freiburg relativ kurz, hinzu kommt ein hervorragend ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr. In der Innenstadt ist der Radverkehr zum Teil sogar verboten. Viele Hotels liegen in Innenstadtnähe und Touristen benötigen deshalb keine weiten Anfahrtswege ins Zentrum. Es stellt sich zudem die Frage, ob nicht die Hoteliers eigene Konzepte entwickeln könnten und sollten, anstatt diesen Service von der öffentlichen Hand finanzieren zu lassen. Leider fehlt bei dem bisher vorgelegten Konzept die Einbeziehung der bereits vorhandenen Dienstleister.  Auch eine Analyse über die Auslastung der vorhandenen Angebote wäre sicherlich notwendig gewesen; es sei denn, man wollte bewusst hierauf verzichten.

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