Neues Verwaltungszentrum wird deutlich teurer

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Nicht sonderlich überrascht wurden die Freien Wähler von der Verwaltungsvorlage, wonach die Baukosten für das Neue Rathaus nun doch um ca. 8 Millionen steigen werden. Auch wenn man hofft, einen Teil der Mehrkosten von den am Bau beteiligten Planern und Unternehmen erstattet zu bekommen, wird letztendlich ein Großteil der Mehrkosten bei der Stadt Freiburg verbleiben. Den Verantwortlichen ist in diesem Fall sicherlich nicht der Vorwurf zu machen, leichtfertig mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen zu sein, denn die Stadt hat die Realisierung des Neubaus in – so schien es bisher – qualifizierte Hände gegeben. Zusätzlich wurde sogar ein Controlling Büro beauftragt. Bei der Durchsetzung von Regressansprüchen sollte aber der Fehler vermieden werden, die Schuld bei den am Bau tätigen Handwerkern zu suchen. In erster Linie dürften für die erheblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen vor allem die Planungs- und Bauleitungsbüros die Verantwortung tragen. Was die Politik kritisch hinterfragen muss ist, ob es angebracht ist, die energetischen Standards in diesem extremen Umfang umsetzen zu wollen. Ist es tatsächlich sinnvoll, enorm kosten- und wartungsintensive Kühl- und Wärmedecken einzubauen, die sich in der Praxis noch nicht hinreichend bewährt haben? Gerade bei großen Bauvorhaben sollten derartige „Experimente“ möglichst die Ausnahme und nicht die Regel sein. Tatsächlich haben gerade diese Maßnahmen nun zu enormen Verzögerungen und Kostensteigerungen geführt. Hier wäre weniger, deutlich mehr!

Leider tragen auch beim Wohnungsbau häufig die hohen energetischen Standards dazu bei, dass kostengünstiger Wohnraum quasi nicht mehr gebaut werden kann. Hier sollten beide Anforderungen klug abgewogen werden. Sie dürfen sich jedoch nicht gegenseitig blockieren. Bei den zusätzlich notwendigen 8 Millionen für das Verwaltungszentrum sollte aber nicht vergessen werden, dass bereits bei der ursprünglichen Kostenplanung ein „Puffer“ von 2,7 Millionen „berücksichtigt“ wurde. Dieser ist wohl zusätzlich noch aufgebraucht worden. Wir reden also tatsächlich über deutlich mehr als 10 Millionen Euro Zusatzkosten. Die Fraktion der Freien Wähler wird auch langfristig an dem Thema bleiben und darüber informieren, wie viel von den Mehrkosten tatsächlich in die Stadtkasse zurückgeflossen ist.

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